Bildungsinitiative "Das andere Leben"

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Solly Ganor

Jakob Odinius, Träger des Bundesverdienstkreuzes am Band für seine Leistungen im Bereich der Erinnerungsarbeit an den Holocaust, überbringt die Botschaft des Litauischen Holocaustüberlebenden Solly Ganor.

 

Ministerpräsident Stephan Weil ist Schirmherr der Bildungsinitiative 'Das andere Leben' in Niedersachsen.

Leses Sie das Grußwort desNiedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weilfür Bildungsinitiative „Das andere Leben“ in Niedersachsen.

 

Niedersächsisches Kultusministerium

In Kooperation mit dem Niedersächsichen Kultusministerium besucht die Bildungsinitiative "Das andere Leben" viele Schulen in Niedersachsen.

 

Solly Ganor - Das andere Leben

Solly ist dreizehn Jahre alt, als die deutschen Truppen im Sommer 1941 in seine Heimatstadt Kaunas / Litauen einfallen. Von einem Tag auf den anderen ist die Kindheit des jüdischen Jungen zu Ende. Er wird mit seiner Familie ins Ghetto getrieben und muss zusehen, wie Freunde und Verwandte bei zahlreichen sogenannten Aktionen der neuen Machthaber zur Vernichtung selektiert oder auf der Stelle ermordet werden.


Der Junge lernt zu überleben und ist doch schon hundertmal gestorben, ehe er nach der Auflösung des Ghettos im Sommer 1944 zunächst ins Lager Stutthof (bei Danzig) und von dort in ein Außenlager des KZ Dachau deportiert wird. Inmitten einer bayerischen Bilderbuchlandschaft, im Lager X (Utting am Ammersee), erfährt Solly am eigenen Leibe, was Nationalsozialisten unter "Vernichtung durch Arbeit" verstehen.

 

Vor den anrückenden Alliierten wird er mit den wenigen noch lebenden Häftlingen auf einem der berüchtigten Todesmärsche in Richtung Alpen getrieben und unterwegs von amerikanischen Soldaten befreit. Es ist die Geschichte eines gejagten Jungen, der fünfzig Jahre lang im Überlebenden Solly Ganor geschwiegen hat und der sich jetzt mit aller Kraft zu Wort meldet: Die Stimme aus einem anderen Leben.


Jakob Odinius war als Stabsoffizier der Bundeswehr im ehemaligen Bunker UTA in Landsberg verantwortlich für die Erinnerungsarbeit. Bei einer Veranstaltung lernt er den Holocaustüberlebenden Solly Ganor kennen. Es entsteht eine enge Freundschaft in deren Verlauf Odinius seinem Freund Ganor bei dessen Erinnerungsarbeit unterstützt. Durch gemeinsame Lesungen mit Ganor und weitere Projekte im ehemaligen Luftwaffenbunker der Nazis erlangt Jakob Odinius ein internationales Renommée.

 

Seine Aufklärungsarbeit wird mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande  gewürdigt. Ihm wurde die Silberne Menora von Yad Vashem für das LVR 3 überreicht.

 

Nach seiner Pensionierung führt Jakob Odinius nun seine Erinnerungsarbeit fort. Er überbringt weiterhin die Botschaft seines Freundes Solly an die Jugend in Deutschland.